Geologendisco

🗓 2007-07-23

Es gibt so einen alten Touristenwitz – „Disco at the Geologists“. Ich werde dir jetzt nicht das Wesentliche davon erzählen (vielleicht schaffe ich es eines Tages auch, dir einen Streich zu spielen). Und ich erzähle Ihnen von Dzhurlas Disco.
Dzhurla ist ein sehr beliebter Touristenort in der malerischen Krimschlucht. Wir halten dort oft an und haben beschlossen, auch dieses Mal anzuhalten. Wir nähern uns der Hauptlichtung und dort stehen mehrere riesige Einkaufszelte und einige hölzerne Idole.
Zuerst kam ich zu dem Schluss, dass hier jemand ein Café eröffnet hatte. Nach der Eröffnung des Cafés oben in Süd-Demerdzhi würde mich das nicht allzu sehr überraschen. Der Geheimdienst berichtete jedoch, dass es sich hierbei nicht um eine öffentliche Gastronomie, sondern um eine Filmkulisse handelte. Sie filmen so etwas wie eine alternative Partyszene mit Wasserpfeifen, Alkohol und anderen Drogen. Außerdem wollten die Filmemacher laut Geheimdienstangaben am Abend eine Disco veranstalten und alle dazu einladen.
Ehrlich gesagt hatte ich zunächst ein wenig Angst, dass meine Touristen auf den Köder hereinfallen und die halbe Nacht in dieser „Geologendisco“ rumhängen würden. Die Aussicht ist nicht sehr verlockend, denn am nächsten Tag hatte ich sehr napoleonische Pläne.
Dennoch verließen wir die Lichtung nicht und schlugen in der Nähe unser Lager auf. In der Zwischenzeit bauten wir Zelte auf und blickten aus dem Augenwinkel auf das Lager der Filmemacher.
Und das haben wir gesehen:
keine Kameras an der Oberfläche;
eine äußerst kleine Anzahl von Menschen, nämlich zwei;
Einer von ihnen (ein langhaariger älterer Mann) rauchte eine Wasserpfeife und der zweite lief in Badehosen herum, die verdächtig einem Tanga ähnelten.
Nachdem wir diese Fakten zusammengefasst hatten, entschied unser Tourismusrat einstimmig: „homosya.“
Natürlich ging nach einem solchen Vorsatz niemand mehr in die Disco. Wir beobachteten den einsam tanzenden Filmemacher aus der Ferne, tranken Tee und schrien Lieder mit der Gitarre. Übrigens ging die Disco nach ein paar Stunden aus, weil dem Dieselgenerator der Treibstoff ausgegangen war. Unsere Party dauerte bis Mitternacht – der Gitarrist brauchte kein Benzin.

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