Krimlegende – Tränenbrunnen in Bahchisaray

Krimlegende – Tränenbrunnen in Bahchisaray

Khan Crim-Girey war ein strenger und wilder Mann, niemand wurde von ihm verschont. Er hatte nie Mitleid mit jemandem. Er bestieg seinen Thron, nachdem er durch die Masse der Leichen gegangen war. Macht und Ruhm ersetzten für ihn alles – Liebe, Zärtlichkeit und sogar Geld. Khan Crim-Girey soll kein Herz in seiner Brust haben. Doch eines Tages befand sich Khan am Ende seiner Jahre, er war alt geworden, sein Herz war geschwächt und plötzlich kam Liebe in ihm auf.

Es schien, dass eine kleine Sklavin in den Harem des Khans gebracht wurde. Ihr Name war Delyare.

Delyare wollte den Khan nicht mit ihrer Zärtlichkeit und Liebe erwärmen, aber dennoch liebte der Khan sie immer mehr. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte der Khan das Gefühl, dass sein Herz leiden, schmerzen und sich freuen konnte.

Delyare konnte nicht lange in Gefangenschaft leben. Sie verblühte wie eine zerbrechliche Blume, die des Sonnenlichts beraubt wurde.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, weint das Herz vor Blut. Der Khan verstand, wie schwer das Herz schmerzen konnte.

Dann rief der Khan den Handwerker Omer und sagte ihm:

- Tun Sie so etwas, damit der Stein meine Trauer über Jahrhunderte hinweg tragen kann, damit er weinen kann wie das Herz eines Menschen.

Omer hatte schon lange zugehört und darüber nachgedacht, wie er aus dem Stein eine menschliche Träne machen könnte? Schließlich sagte er zum Khan:

- Selbst wenn dein Herz weinte, würde auch der Stein weinen. Und alle Menschen werden lernen, was Männertränen sein können ...

Also gravierte Omer die Blütenblätter der Blume in die Marmorplatte. In der Mitte der Blume befand sich ein menschliches Auge, und von dieser Blume sollte eine schwere Männerträne auf die steinerne Truhe fallen, damit sie jahrhundertelang weiter brannte. So dass die Träne aus dem Auge quoll und von einem Kelch zum anderen rollte, als ob sie über die Wangen und die Brust lief.

Auch Omer gravierte die Schnecke ein, die das Symbol der Zweifel war. Er wusste, dass an der Seele des Khans Zweifel nagten: Wofür brauchte er sein Leben – Freude und Trauer, Liebe und Hass, Böses und Gutes?

Bisher hat der Brunnen Tag und Nacht geweint und geweint...


„Der Tränenbrunnen“ wurde 1764 im Auftrag des Khan Crim-Girey gegründet. Es handelt sich um das ursprüngliche Baudenkmal, das vom großen russischen Dichter A. S. Puschkin gepriesen wurde.

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