Viele Leute fragen uns, wie sicher es jetzt in der Türkei ist und ob es möglich ist, dort in den Maiferien zu wandern. Offenbar sind damit zwei „Momente“ gemeint: die Beteiligung der Türkei am Syrienkonflikt und die Haltung der lokalen Bevölkerung gegenüber russischsprachigen Touristen...
Beginnen wir mit dem letzten. Wir verbringen jedes Jahr ziemlich viel Zeit in der Türkei. Wir waren im Herbst 2015 und Winter 2016 hier – sozusagen auf dem Höhepunkt. Und wir haben nie eine negative Einstellung gegenüber russischsprachigen Touristen bemerkt. Weder im Gedränge der Ostmärkte, noch an den Uferböschungen der Ferienorte, noch in dunklen Bergdörfern. Türken sind gastfreundliche Menschen, und selbst diejenigen, die nicht in der Tourismusbranche arbeiten und kein persönliches Interesse an internationaler Freundschaft haben, verhalten sich sehr freundlich und helfen gerne staubigen, nassen und immer hungrigen Touristen (gehen Sie auf eine Wanderung?).
Nun zu Syrien. Türkiye ist ein riesiges Land. Und in diesem riesigen Land gab es schon immer separate „heiße“ Gebiete. Dies hielt uns jedoch nicht davon ab, türkische Resorts zu besuchen. Die kurdische Bewegung hat es schon immer gegeben, auch in der ruhigen „Null“, als nur die Faulen in Kemer keine Ruhe fanden. Ja, es gibt derzeit sehr reale Spannungen in Syrien. Aber unserer Meinung nach ist es von der Grenze zu Syrien bis nach Antalya (600 km) weit genug, um sich beim Wandern auf dem Lykischen Weg sicher zu fühlen.
Diesen Winter hatten wir in der Türkei die Gelegenheit, mit syrischen Flüchtlingen zu kommunizieren. Sie bereiteten sich gerade darauf vor, mit einem Schlauchboot verzweifelt über das stürmische Meer zu schwimmen, um auf einer der griechischen Inseln zu landen und sich dort den Behörden zu ergeben. Sie waren sich der Abenteuerlichkeit ihres Ereignisses vollkommen bewusst, hatten Angst vor dem Unbekannten und hassten den Krieg, nicht uns. Das waren normale Menschen, nicht die Filmzombies, als die Flüchtlinge normalerweise in den Nachrichten dargestellt werden.
Wie Sie bereits verstehen, ist die Situation in der Türkei unserer Meinung nach nur im Fernsehen bis zum Äußersten aufgeheizt. Und an den Maifeiertagen werden wir in Lykien wandern gehen, um persönlich die Sonne zu genießen, und dann ehrenvoll ins Meer eintauchen:)