Jüdisches Kiew

Mit Beginn der Perestroika im Jahr 1985 begannen jüdische Gemeinden, die unter dem kommunistischen Regime gelitten hatten, aktiver zu werden. Jüdische Führer aus aller Welt kamen in die Ukraine, um religiöse Strukturen wiederherzustellen und die ehemals unterdrückten Gemeinschaften wiederzubeleben. Brodsky Shul, das Zentrum des jüdischen religiösen und kulturellen Lebens, liegt im ehemaligen jüdischen Viertel in der Nähe von Palats Sporto. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Gemeindezentrum der Großen Kiewer Synagoge, eine multifunktionale Einrichtung, die die Aktivitäten der Synagoge, humanitäre Hilfsprojekte sowie Kultur- und Sprachbildung vereint.

Seit der bolschewistischen Revolution wurden jüdische Ukrainer sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben unterdrückt. Während des Großen Vaterländischen Krieges, wie der Zweite Weltkrieg hier genannt wird, wurden ukrainische Juden zu Tausenden in westlichen Dörfern und Städten hingerichtet. Das schlimmste Gemetzel in Kiew ereignete sich an der Baba Jar, was „Schlucht der Frauen“ bedeutet, benannt nach den Frauen, die die Soldaten besuchten, die an diesem ehemaligen einsamen Außenposten der Kiewer Rus stationiert waren. 1943 wurden 32.000 Juden von Nazi-Soldaten hierher gebracht, erschossen und von einem Bulldozer in die flache Schlucht gestoßen. Die Zahl der dort getöteten Menschen entspricht etwa einem Drittel der gesamten jüdischen Gemeinde Kiews heute, und der Park liegt innerhalb der Stadt, in der die Opfer lebten. Das größte der beiden Mahnmale vor Ort steht tatsächlich am falschen Ort. Nach dem Bau errichtete der Bildhauer an der Stelle, an der die Menschen tatsächlich erschossen worden waren, ein kleines Denkmal. Es gibt Pläne, in Baba Yar ein Museum und ein größeres Denkmal zu errichten, finanziert von verschiedenen jüdischen Organisationen aus der ganzen Welt.

 

Zentrale Synagoge von Kiew

 

(1897) Unter sowjetischer Herrschaft wurde die Synagoge in ein Puppentheater umgewandelt. Heute ist das Gebäude eine aktive Synagoge und dient auch weiterhin als Theater.

Schota Rustaweli 13
Tel: 235 00 69

 

Podil-Synagoge

Schekovytska 29
Tel: 425 24 42

 

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